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Sprechübungen

Sprechübungen bei Störungen

Die Übungen in der Logopädie sind so mannigfaltig wie die Störungen auf diesem Gebiet. Ältere Methoden werden genauso oft zur Behandlung genommen wie neue Behandlungsmethoden und jeden Tag kommen neue Erkenntnisse dazu und fließen in die Therapiemöglichkeiten ein. Übungen im Sprech- und Sprachgebiet können aber nicht nur hilfreich gegen krankheitsbedingte Störungen sein, sie können auch Akzente, die aus der Muttersprache stammen zum besseren Verständnis mildern und oftmals sogar weitgehend unwirksam machen. Wer allerdings heute von logopädischen Übungen hört, der denkt zunächst einmal an die gängigen Störungen: Sigmatimus ( Lispeln ), Balbuties ( Stottern ) und Sprachstörungen durch Apoplex ( Schlaganfall )

 

Logopädische Übungen bei Sigmatismus

Lispeln ist eine weit verbreitete Störung. Wenn sie nicht zufällig mit dem Fehlen vorderer Zähne zusammenhängt, dann ist meist eine Unterspannung der Zunge und der Lippen der Grund dafür. Dabei verliert sich die Feinspannung der Zunge, die dafür gebraucht wird, Zischlaute zu artikulieren. Hier setzen Übungen ein, die die richtige Spannung in der Zunge wieder herstellen sollen. Die zehn besten Übungen dafür sind:

  • Mehrfach hintereinander einen Kussmund machen
  • Trinken mit einem Strohhalm
  • Pusten ( Pusteblumen, Wattebällchen, Kerzen, Seifenblasen )
  • „Opamund“ machen, das heißt, die Lippen einwärts stülpen, so dass sie die Zähne verstecken
  • Breit grinsen
  • Schnalzen
  • Die Zunge in Richtung der Nasenspitze ausstrecken
  • Mundhöhle erforschen ( Wieviele Zähne können mit der Zunge erspürt werden? )
  • „Zahnsprache“ ( mit geschlossenen Zähnen sprechen )
  • Einen Lutscher nur mit der Zungenspitze lecken

 

Logopädische Übungen bei Balbuties

Beim Stottern unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Formen. Zwischen dem tonischen und dem klonischen Stottern. Beide Formen treten aber nicht nur getrennt auf, sie können durchaus auch zusammen zu einer Störung werden. Das Stottern ist dem Patienten durchaus bewusst und übt so zusätzlichen, psychischen Stress hervor. Bei Erwachsenen ist das Therapieren dieser Störungen sehr viel schwerer als bei Kindern. Die Übungen werden immer individuell auf die auftretenden Störungen und vor allem extra auf den Patienten zugeschnitten. Darunter fallen

  • Atemschulung
  • Sprech- und Gesangstechnischer Ansatz
  • Mentales Training
  • Modifikationsansatz
  • Weitere innovative Methoden

 

Übungen zu rhythmischem und entspanntem Atmen mit gleichzeitigen Sprechübungen können für mehr Kontrolle sorgen und die Spannung mildern. Da das Stottern niemals beim Singen auftritt, sind Gesangs-, Atem und Stimmtechniken eine Übung, um das flüssige Sprechen zu erlernen. Regelmäßige Sprech- und Leseübungen in entspannter Atmosphäre sollen Hemmungen abbauen und Selbstsicherheit fördern. Situations- und Kommunikationstraining innerhalb einer Gruppe kann dabei helfen, die Sprachstörung zu akzeptieren und Hemmungen zu senken. Zumeist werden Autogenes Training, Yoga und Muskelspannungsübungen zusätzlich zur logopädischen Therapie empfohlen.

 

Sprachübungen nach einem Apoplex

Die Sprachübungen nach einem Schlaganfall sollten kurz danach beginnen. Zumeist müssen diese Übungen über einen längeren Zeitraum erfolgen, weil Verbesserungen erst spät erfolgen können. Hier ist es wichtig, dass man die Übungen individuell gestaltet. Zu den meist gebrauchten Übungen gehört das Lesen von kleinen Texten, deren Inhalt hinterher in einer Zusammenfassung wiedergegeben werden soll. Das Aussprechen von Wortkombinationen ist ebenfalls eine Übung. Zumeist im Rahmen kleiner Rollenspiele.