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Ausbildung zum Logopäden - Ausbilung zum Sprachtherapeuten

Voraussetzungen für den Beruf des Logopäden/ der Logopädin

Logopäde oder Logopädin ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und kann später auch durch die Weiterbildung eines Studiums zum Diplom-Logopäden erweitert werden. Hierbei erlernt der zukünftige Logopäde die Prävention, Beratung, die fachspezifische Befunderhebung und die Therapie bei Defiziten und Problemen in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Zur Aufnahme der Berufsausbildung zum Logopäden ist entweder die mittlere Reife notwendig, eine gleichwertige Ausbildung oder ein Hauptschulabschluss mit bereits abgeschlossener, zweijähriger Berufsausbildung. Der Auszubildende muss das achtzehnte Lebensjahr erreicht haben und eine gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufes vorweisen können.

Inhalt der Ausbildung zum Logopäden / Logopädin

Die Dreijährige Berufsausbildung beinhaltet das Erlernen des Berufes in zwei Bereichen. Zum einen dem theoretischen und praktischen Bereich der Fachschule und zum anderen dem praktischen Bereich in einer logopädischen Praxis, einer Klinik oder einer Rehabilitationseinrichtung. Der Auszubildende lernt im ersten Bereich an der Schule

  • Wie Sprech-, Stimm- und Hörorgane aufgebaut sind
  • Welche Erkrankungen der Hörorgane, der Nase, des Rachens, des Kehlkopfes und der unteren Luftwege es gibt und welche Ursachen sie haben
  • Welche Formen des Verlustes des Sprech- und Sprachverständnisses es gibt
  • Wie man logopädische Anamnesen und Befunde erstellt
  • Wie man Patienten nach Kehlkopfoperationen behandelt
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystem und deren Erkennung
  • Apparative Hilfe für Menschen mit Hör-, Sprach oder Schluckproblemen
  • Phonetik und Linguistik
  • Soziologische, pädagogische und psychologische Aspekte der vorhandenen Störungen
  • Beratung von Patienten und deren Umfeld

Das Üben der Erstellung logopädischer Befunde, das Planen und Durchführen von Therapien und die Beratung anzuwenden ist Teil der praktischen Ausbildung vor Ort in einer Einrichtung für Logopädie. Hierzu gehört auch die Absolvierung interdisziplinärer Praktika in der Audiologie und der Psychologie. Schulungen in rhythmisch-musikalischer Erziehung, Stimmbildung und Sprecherziehung komplettieren den Bereich.

Ausbildungsabschluss und Prüfung

Der Ausbildungsabschluss besteht aus einer staatlichen Abschlussprüfung, welche in einen praktischen, einen mündlichen und einen schriftlichen Teil gestaffelt ist. Der schriftliche Teil beinhaltet die fünf Fächer Logopädie, Phoniatrie, Audiologie und Pädaudiologie, Neurologie und Psychiatrie und Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde. Die Aufsichtsarbeiten dauern zumeist 90 Minuten pro Fach und finden an zwei verschiedenen Tagen statt. Der mündliche Teil erstreckt sich auf die Fächer

  • Logopädie
  • Phoniatrie einschließlich Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde
  • Pädagogik und Sonderpädagogik
  • Psychologie und klinische Psychologie
  • Phonetik und Linguistik

Oftmals ist die mündliche Abschlussprüfung einzeln oder in Gruppen und dauert ungefähr 20 Minuten. Der praktische Teil befasst sich mit der Erhebung von Anamnese und Befund an einem oder an einer Gruppe von Patienten. Außerdem muss ein Behandlungsplan erstellt und die Behandlung an einem dem Prüfling nicht bekannten Patienten erfolgen. Teile der Abschlussprüfung, die nicht bestanden wurden, dürfen bis zu zwei Mal wiederholt werden. Müssen alle drei Bereiche erneut geprüft werden, verlängert sich die Ausbildungszeit in der Regel um ein komplettes Jahr.